02.10.2019

Neuausrichtung des THW betrifft auch Hattinger Einsatzkräfte

Seit dem 1.9.19 wurden lang geplante Änderungen im Technischen Hilfswerk umgesetzt. Damit reagiert das THW auf die veränderten Herausforderungen im Bevölkerungsschutz, wie zum Beispiel im Bereich der Kritischen Infrastruktur (KRITIS).

Das veränderte sicherheitspolitische Umfeld, Naturkatastrophen und die daraufhin entwickelte „Konzeption Zivile Verteidigung“ des BMI machten es notwendig. Das neue Konzept erfordert die Einsatzfähigkeit des THW in den Bereichen Logistik und KRITIS auszubauen. Anfang 2015 wurde im THW der erste Entwurf des Rahmenkonzeptes (RaKo) präsentiert: Ehren­- und Hauptamtliche diskutierten und überarbeiteten den Vorschlag zum entsprechenden Konzept, welches nun umgesetzt wurde.

Bundesweit, somit auch in Hattingen, wird die 2. Bergungsgruppe in den 668 Ortsverbänden umgewandelt in die neue Fachgruppe (FGr) „Notinstandsetzung und Notversorgung“. Damit verschiebt sich ein Einsatzschwerpunkt, die neue FGr N ist im Gegensatz zur aufgelösten 2.Bergungsgruppe mit erheblich mehr Material vorgesehen. Wann dies allerdings auch im letzten Ortsverband ankommt ist schwer vorherzusehen.

Die Umstellung wird im Moment mit der normalen Beschaffungsplanung und Finanzierung geplant. Da kann es auch mal 20 Jahre dauern bis das letzte Teil da ist, wenn keine Sonderfinanzierung durch die Politik ermöglicht wird.

Das THW Hattingen verfügt seit 2005 über eine örtliche Gefahrenabwehrgruppe die mit dem Ennepe Ruhr Kreis aufgestellt wurde, finanziert durch Spenden. Diese hat die Ausstattung in großen Teilen und konnte damit die Einsätze für Geflüchtete gut bewältigen.  

Für den Bereich Hochwasser wurde für das THW Hattingen eine neue Einheit vorgesehen. Das THW stationierte hier, basierende auf der guten Arbeit der anderen örtlichen Einheiten in Hattingen, den Mobilen- Hochwasser-Pegel Trupp (MHP Tr).

Der Mobile Hochwasserpegel (MHP) ist ein System zur Erfassung von Wasserstandsdaten, das im Einsatz kurzfristig an Gewässern aufgebaut werden kann.

Es wird genutzt, um in Hochwassersituationen die Entwicklung eines Wasserstandes an einem Gewässer beobachten zu können, auch wenn an dieser Stelle sonst kein fester Pegel installiert ist. Somit kann die Lage besser eingeschätzt und der Erfolg von schon durchgeführten Maßnahmen überprüft werden. Die Pegel bestehen aus einem Drucksensor, mit dem die Höhe der Wassersäule über dem Sensor gemessen wird. Es handelt sich um Kombinationsfühler, die auch die Temperatur und - je nach Typ - auch weitere Werte, wie z.B. den pH-Wert, Sauerstoffgehalt und Leitfähigkeit des Wassers erfassen können.

Der Sensor ist an einen PDA angeschlossen, das in einem Koffer diebstahlsicher montiert wird. Darin findet die Auswertung der Sensordaten und Aufzeichnung der Werte statt. Der integrierte Akku erlaubt einen Dauerbetrieb bis zu 7 Tagen.

Die aufgenommenen Daten werden mobil auf einen zentralen Server eingespeist und dort über ein Webinterface von den Trupps und ggf. von Bedarfsträgern (Krisenstäben, FüSt) eingesehen werden. Hier kann auch eine Benachrichtigung bei Erreichen bestimmter Wasserstände eingerichtet werden. Ein Pegeltrupp ist mit fünf identischen Pegel-Systemen ausgestattet, die separat eingesetzt werden können. Weiterhin hat der MHP-Trupp Ausrüstung zur Vermessung, in der Regel für ein Nivellement. Damit kann die Höhe des Standortes eines Pegels bestimmt werden. Die Vermessungsausstattung dient auch zur Erkundung des Zustandes von Hochwasserschutzbauwerken (Unterhöhen in Deichen) und allgemein von Höhenverhältnissen.

Nicht nur für diese neue Einheit werden nun interessierte Mitbürger gesucht. Wer im Bereich IT und Kommunikation, ehrenamtlich einsteigen möchte, findet hier das besondere Hobby.

Für den Bereich Stabsarbeit und Verwaltung sind auch noch freie Stellen im THW Hattingen zu besetzten. Diese sind auch mit körperlichen Handicaps machbar, denn die THW Wache ist Behindertengerecht ausgebaut.

Mehr Informationen zum THW Hattingen unter : www.thw-hattingen.de


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